Erasmus in Padua

Bernds wunderbares Erasmus Jahr in Padua, Italien

Donnerstag, November 03, 2005

Gardasee

Letztes Wochenende haben die Erasmus-Organisatoren (ich
sage zu ihnen Erasmus-Capos) einen wunderbaren Einfall
gehabt: Eine zweitägige Reise zum Gardasee. Aus Padua
sollten 50 (der - dieses Semester 350) Studenten
teilnehmen, ebensoviele aus Bologna, Parma und Mailand.
Gemeinsam machten wir eine 7-stündige Fahrt auf so einem
Boot, gingen 3mal an Land, sahen was von der Gegend. Die
Sonne schien, nur gegen Abend zog Nebel auf.
Wir würden dann in Sirmione in Mehrbettzimmern
untergebracht werden, und deshalb suchte ich mir gleich
neue Freunde - später fand ich heraus, dass ich einen guten
Riecher gehabt hatte und wirklich nette erwischt hatte:

Michi, der in München BWL studiert und Hans aus Nürnberg
(ebenfalls BWL). Gemeinsam kauften wir uns vor Fahrtantritt
ein paar Bier und stießen auf Erasmus an.
Aber die Erasmus-Capos wollten sich das Alkohol-Monopol
nicht nehmen lassen und so mussten wir bei der
Asti-Verkostung an Bord teilnehmen (süßer, sprudliger Wein
schien ihnen wohl eine gute Wahl bei einem Frauenanteil von
70-80%).
In Sirmione angekommen, gab's Abendessen - mehrere Gänge,
typische Gerichte der Gegend (angefangen mit Polenta, über
Blutwurst, usw. - fast wie daheim). Dass die Stimmung zu
diesem Zeitpunkt schon eher ausgelassen war, brauche ich
wohl nicht extra zu erwähnen.
Das anschließende fortgehen wurde leider nichts, die Capos
habens total verkackt, denn keiner lässt gern eine
100-köpfige Gruppe ins Lokal und vorreserviert hatten sie
nichts. Also ging ich mit Michi & Hans Bier trinken...

Sonntag morgen dann der emotionale Höhepunkt der ganzen
Fahrt: Wir mussten kurz vor neun aufstehen, Michi belegte
lang das Bad mit Duschen usw., als er herauskam, musste ich
schon so dringend aufs Klo, dass ich hineingesprungen bin,
am nassen Boden ausgerutscht, gegen das Bidet geknallt.
Halber Zentimeter tiefe Wunde am Knie, Ambulanz, 3mal
genäht. Das einzige Positivum daran war, dass ich ständig
nach meinem Befinden gefragt wurde und auch ein bisschen
bemuttert (wie gesagt, hoher Frauenanteil). Ich nehm's nur
dem Hans ein bisschen übel, dass er mich anfangs ausgelacht
hat und so was wie "geschieht dem Deppen recht" gemurmelt
hat. War aber nur ein Spaß.

Auf jeden Fall fuhren wir nach diesem kleinen Zwischenfall
nach Verona, die Gruppe machte Stadtführung, ich ging mit
Michi Pizza essen und dann Kaffee trinken.
Anschließend wurden wir zu einer "Weinverkostung"
kutschiert, deren einziger Zweck - wie so oft hier in Padua
- das Heben des Glases und Absingen
italienischen/spanischen/deutschen/... Liedgutes war.
Anschließend durfte dann auch gekauft werden. Die Burschen
und ich legten auf zwei Flaschen zusammen, die wir gleich
vor Ort tranken, bzw. in der Runde (im Bus) herumreichten,
was unserer Popularität nicht abträglich war.

Gegen halb zehn trafen wir wieder in Padua ein, die meisten
gingen noch in die Disko (jeden Sonntag ist Erasmus Party
im "Banale"), ich begab mich nachhause, schließlich ist's
für mich so bald nichts mit dem Tanzbeinschwingen.