Erasmus in Padua

Bernds wunderbares Erasmus Jahr in Padua, Italien

Samstag, März 18, 2006

La casa

Schon zweimal nun bin ich einer Einladung des Freundes meiner Tandempartnerin, Francesco, gefolgt und war mit ihm (und anderen Leuten) auf einer Party in der Via Trieste.
An dieser zweispurigen Einbahnstraße zwischen Bahnhof und Zentrum Paduas steht ein Gründerzeithaus mit drei Stockwerken, Garten rundherum und einem hohen Eisenzaun.
Beim ersten Besuch waren wir relativ früh dran (so gegen halb elf) und die Gegend war ruhig, ich wunderte mich eher, dass hier eine Party stattfinden sollte.
Kaum war ich im Vorraum, sah´s schon anders aus: auf wunderschön gefliestem Boden wackelte ein grindiger Tisch (der im Lauf der Nacht lediglich Patina gewann) voller Bierdosen, daneben ein Kühlschrank (ebenfalls vollgeladen), rundherum viel Wanddekor (wenngleich nicht mehr gründerzeitlich).
Im ehemaligen Wohnzimmer standen vier Fernseher, von denen auf einem MTV lief, viele Couchen und ein paar Partygäste. Das nächste Zimmer war das Schlafzimmer der spanischen Erasmusstudenten (zwei Stockbetten) usw. Insgesamt wohnen acht/neun Leute dort, wenn man die Dauergäste nicht mitrechnet.
Stunden später: Unmengen von Gästen überall im Erdgeschoß, glasige Augen, Pisser im Vorgarten, Fahrräder im Umkreis von einem Häuserblock.
Da verstand ich auch, weshalb Francesco gemeint hatte, in seinen besten Zeiten habe das Haus Parties gesehen, von denen die Bewohner weder etwas gewusst, noch daran teilgenommen hatten. Die eine Einbahnspur sei nicht nur einmal von Polizeiautos vollgestellt gewesen.

Diese Woche (zur Feier meiner Prüfung am Donnerstag) waren wieder dort, doch zu meiner Überraschung gab's im Erdgeschoß keine Party. Dafür aber im ersten Stock, der so wie auch der dritte und letzte von Studenten bewohnt wird. Diesmal musste man nicht an der Tür zwei Euro löhnen, sondern fürs Bier zahlen (wenngleich moderate Preise: ein Bier = ein Euro, drei Bier = zwei Euro - Preisfrage: wieviel Bier bekommt man für fünf Euro?).