meine erste Woche ist zu Ende und es wird immer besser.
Am Mittwoch bin ich bin einer Runde Deutscher fortgegangen,
die ich bei meinem Italienisch-Einstiegstest kennengelernt
habe, am Donnerstag war Pizza essen , Samstag
hat einer von den Deutschen eine Einweihungsparty in seiner
WG gemacht und gestern war der Knaller: Erasmus Welcome
Party.
Ums kurz zu machen: ich habe Schwierigkeiten, mir die
vielen Namen zu merken, aber ein paar davon sind wirklich
nett, mit denen werde ich mehr zu tun haben:
Andreas (und die ganze Partie) aus Deutschland, dann Sara
(Italien) und Christoph (Frankreich) aus meinen Unikursen;
diese sind übrigens alle auf Englisch, weil ... lange
Geschichte .. ist halt so. Super für mich, schlecht für
meine Sprachkenntnisse.
Das Heim: wie Stoffi schon erfahren hat, sind sie mit dem
Übernachten ein bisschen haklich, eventuell muss ich meine
Gäste auf alternative Unterkünft verweisen.
Ich kenne hier schon: Oskar (Spanien), der sich mit mir ein
Bad teilt, Ute (Deutschland), Mauro & Ricardo (von meinem Gang,
beide Computer-Checker), eine Tirolerin, hundertausend Spanier usw.
Und es werden täglich mehr.
Ab Mittwoch beginnt auch der Sprachkurs, das wird sicher
lustig. Nächstes Wochenende bin ich mit 100 anderen
Erasmus-Studenten am Gardasee (essen, trinken, Boot
fahren), am Mittwoch ist Cinema-Night (in italiano).
Seit heute habe ich meinen fixen, endgültigen Stundenplan.
Blöderweise kann ich wegen des 4-stündigen
Italienisch-Kurses auf der Uni ein/zwei Sachen nicht
besuchen.
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Ansonsten mache ich zwei grosse Vorlesungen.
Es gibt von der EU ein Projekt, das sich ALGANT nennt und
eine ganz spezielle Richtung in der Mathematik fördert (für
Feinschmecker schicke ich dann ein eigenes Mail) -
zufälligerweise ist das genau meine Spezialrichtung.
Dadurch dass die Leute von weiter weg kommen, werden ALLE
MEINE UNI-KURSE deshalb auf Englisch gehalten.
Diese Algant-Genies setzen sich wie folgt zusammen:
4 Italiener (2 Burschen, 2 Mädels), 1 Russin, 3 Chinesen,
ein Franzose - diese kennen sich wirklich aus.
Eine der Italienerinnen, Sara, ist so nett, mir ihre
Mitschriften zur Verfügung zu stellen (es überschneidet
sich was mit dem Sprachkurs, bzw. wenn ich von den
Erasmus-Feiern nicht aufkomme). Mit ihr und dem Franzosen,
Christoph, gehe ich öfters Mittag essen - in Italien ist
von 1 bis 2 auf der Uni Pause und ab nächster Woche sollte
ich dann auch meine Mensa-Berechtigungskarte haben.
Ansonsten ist auf der Uni ein sehr netter Amerikaner,
Steve, der seit eingen Jahren in Italien wohnt (er ist so
Ende Zwanzig), Ironman in Kärnten mitgemacht hat und sein
Grundstudium auf einem College der US Army absolviert hat.
Er sticht aus den Vorlesungen deshalb heraus, weil er wie
ein Türsteher ausschaut, ist aber recht nett und hat mich
schon gefragt, ob er auch auf die Erasmus-Parties kommen
kann.
Gestern abend war ich wieder bei mir am Eck im Cafe Madrid
zum soziale Kontakte betreiben und habe dort 2
Südtiroler kennengelernt, der eine, Ulrich, studiert in
Innsbruck Jus und wird wahrscheinlich öfters mit mir
fortgehen.
Apropos Spritz: in Norditalien trinkt man dieses Zeug, es
ist so wie ein weisser Gespritzer mit Campari oder Aperol
(hat weniger Alk) - das kriegt man in kleinen Bechern
serviert und trinkt es dauernd: als Aperitiv, am Abend zum
Fortgehen. Bier ist teuer und ungewöhnlich (oder schmeckt
komisch).
Recht witzig sind auch die Spanier - hier im Heim (und auf
den Parties) spricht man entweder Deutsch oder Spanisch,
wobei letztere in der Überzahl sind. Sie sitzen überall
herum, rauchen im Hof, kommmen grundsätzlich nur zu zehnt,
schnattern, schnattern, schnattern.
Am Sonntag, am Weg zur Erasmus-Party, bin ich in so eine
Gruppe hineingeraten, habe gleich was zu trinken bekommen,
bei allen vorstellen (Küsschen, Küsschen), dann haben sie
hundert Gruppenfotos gemacht, sind gemeinsam mit Taxis wo
hin, die Mädels waren auf der Straße zwischen den parkenden
Autos pissen, weil sie sich nicht anstellen wollen, usw.
Übrigens habe ich mir bis gestern nacht mein Bad mit einem
Spanier, Oskar, geteilt. Wir haben uns super verstanden
(leider nur mit Händen und Füßen - Italienisch liegt uns
beiden noch nicht so) - bis ich heute in der Früh einen
Zettel im Bad fand, dass es ihn gefreut hätte, mich
kennenzulernen, aber er müsse wieder nach Spanien. Weg ist
er. Vielleicht kommt er ja wieder.
Heute habe ich mir ein Handy gekauft (Tel.Nr. auf Anfrage)
Es hat auch eine Kamera und totchic, ich bin ja
schliesslich in bella italia.
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Bei mir am Stock, im übernächsten Zimmer wohnt Mauro aus
Sardinien - er ist Hacker und wäre gern Systemadministrator
im Heim (so als wäre ein Brandstifter Feuerwehrmann). Vor 3
Tagen war ich mit ihm einmal was trinken...
Heute wollte ich einem der typen (Angelo) im heim ein
fahrrad abkaufen, das hat mir auch der mauro eingefädelt.
er ist ein bisschen eine zwielichtige figur, hat sich
selber ein rad gestohlen und ich glaube, dass das ich hätte
kriegen sollen, war auch geklaut. egal, angelo war eh nicht
da.
aber räder stiehlt hier echt jeder. du kannst garnicht so
schnell schauen, ist das rad weg.
mauro hat sich letzte woche ein mountainbike geklaut,
gestern nacht haben sie's ihm bei uns aus dem hof geklaut,
daraufhin hat er sich noch eins gestohlen. nehmen und
geben.
der typ, der "seines" verkaufen wollte, angelo, ist hier
der capo der italienerband. er trägt t-shirts wie "angelo
69", der hat das Zimmer mit tür zum hof. davor steht ein
tisch mit sesseln (im hof), da sitzen seine haberer oder
seine freundin. ich habe das gefühl, dass wenn ich
irgendjemanden ins heim schmuggeln will, ist angelo (den
sie auch capo nennen - wer den "paten" gesehen hat, weiss,
was das heisst) genau mein mann - er kann sicher mit dem
portier reden.
außerdem gibt es im hof noch ein paar tische mit bänken,
einer davon ist immer von den spaniern besetzt. die hört
man dauernd tratschen. ob sich die gruppen noch vermischen,
werde ich näher verfolgen.
ansonsten gibt's im heim ein paar deutschsprachige, die
sich mehr oder weniger kennen, erasmus machen, und ab und
zu im hof sind:
ute aus norddeutschland und ihre zimmerkollegin linda aus köln,
karolina aus südtirol, moritz aus münchen, dann noch eine
Berlinerin und ihre englische Mitbewohnerin.
Unser Heim ist auch ein bischen ein Treffpunkt für die
anderen deutschen Erasmus-Leute, weil die einen am Weg von
der Uni in ihr Heim bei uns vorbeifahren und: viel
wichtiger: das Cafè Madrid.
Das Cafè Madrid ist eigentlich kein Cafè, sondern eine Bar
und hat von morgens bis 2 Uhr nachts offen. Der Spritz
kostet 1,50, aber es gibt den ganzen Abend über Happy Hour,
wo man 2 Spritz für einen kriegt (für die Sparerfrohs: um
einen Zehner kann man sich hier orgendlich einen
einschenken). Darüberhinaus gibt es am Abend ab 7 ein
mittelgrindiges GRATIS Buffet, hauptsächlich (warm) Nudeln,
aber auch ein paar Brote.
Dementsprechend voll ist es immer dort, die Deutschen
treffen sich ein/zweimal die Woche dort zum Essen, wenn man
abends hingeht, trifft man immer wen. Vor dem Lokal lagern
die Spanier - man darf ja in Italien in den Lokalen nicht
rauchen. Ab 22.30 darf man aber nciht mehr mit Getränken
aus dem Lokal auf die Strasse, erst so gegen Mitternacht
wird es draußen leerer.