Erasmus in Padua

Bernds wunderbares Erasmus Jahr in Padua, Italien

Samstag, Dezember 24, 2005

Frohe Weihnachten

Nach abenteuerlicher Reise über die Alpen Mitte der Woche bin ich endlich wieder in der Heimat eingelangt. Dank des redlichen Bemühens einiger Freunde ist mir auch der Umstieg von Erasmus auf Wien/Krems nicht schwer gefallen (man kann ja auch daheim feiern, hehe).
Seit zwei Tagen stopfe ich mich mit den vermissten Weihnachtskeksen voll, bzw. genieße den Eustress eines 5-Personen-Haushaltes.

All meinen (treuen) Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Vermutlich schreibe ich bis Anfang Jänner nichts mehr in diesem Blog.

Montag, Dezember 19, 2005

Impressionen aus dem Cafè Madrid

Dieser junge Mann ist der Kellner Max im Cafè Madrid und lässt die Herzen aller weiblichen Gäste höher schlagen (wahrscheinlich ist er deshalb dort eingestellt). Leider, leider hat er eine Freundin, die auch ab und zu nachschauen kommt, ob er brav arbeitet.
Otto und ich, beim Abshaken in eben demselben Cafè.

Kleiner Ausflug nach Venedig



Venedig ist ein schöner Nachmittagsausflug von Padua aus. Am Samstag habe ich mir diesen einmal gegönnt, wir haben zwei Stunden lang für Otto einen Burger King gesucht, ein paar Weihnachtsgeschenke gekauft, und haben schließlich das Boot zum Bahnhof genommen.

Freitag, Dezember 16, 2005

Erasmus-Weihnachtsfeier

Die Sala dei Giganti, ein Festsaal in Padova

Wenn man die Überschrift "Erasmus"-Feier liest, denkt die eine oder der andere vielleicht an Trinkgelage, aber dem muss nicht so sein (vgl. unten).

Gestern hatte also der Sprachkurs-Chor seinen großen Auftritt in der Sala dei Giganti. Ich bin ja unterm Semester aus dem ganzen Spaß auch wieder ausgeschieden, weil ich mein Mitleid mit den Zuhörern nicht mehr unterdrücken konnte.

Zwischen den vielsprachigen Liedern (Highlight: Stille Nacht in ca. 20 Sprachen => Kakophonie [wer hier einen billigen Wortwitz vermutet, kennt mich schlecht]) gab's auch Gedichte in mehreren Sprachen. Die durften dann jeweils diejenigen vorlesen, die der entsprechenden Sprache nicht mächtig waren. Großes Amüsement im Publikum, vor allem beim chinesischen Vortrag.
Dann gab's noch Musikeinlagen, von Mittelalter bis Jazz, alles recht nett.
Aber elendslang - und Buffet gab's auch keines.

Die eigentliche (inoffizielle) Weihnachtsfeier findet sowieso erst am Sonntag abend im Banale statt. Da wird's wieder Geschichten zu erzählen (ähem, verschweigen) geben!

Mittwoch, Dezember 14, 2005

Kontrastprogramm

Gestern abend war ich auf der ersten kulturellen Veranstaltung seit meiner Ankunft in Padua: eine befreundete Spanierin, Bea, hat mich darauf hingewiesen, dass bei ihr im Heim (das übrigens im Kern aus dem 16.Jh stammt; wirklich netter Festsaal) ein Weihnachstkonzert stattfindet namens "O Jesus Dolce".
Dort waren dann vier Musiker, eine Sängerin und ein Sprecher, die auf wechselnden Renaissance-Instrumenten (diverse Flöten, Laute) alte Lieder zu komischen Texten (d.h. so ein uraltes Italienisch, das wie Latein-Light klingt) intoniert haben.
Das ganze dauerte ungefähr eine Stunde und danach gab's einen Imbiss: Panetone und Sekt.

Der gestrige Abend und die Tatsache, dass ich wieder ab und zu ein Buch lese, bzw. mir auf Italienisch Filme und Fernsehserien (z.B. die Simpson) anschaue, bedeuten mir, dass auch weitere kulturelle Aktivitäten bald wieder aktuell werden könnten. Es gibt ja auch eine Menge Museen in Venedig...

Montag, Dezember 12, 2005

Advent


Bis jetzt habe ich hier in Padua nicht viel vom Advent mitbekommen. Es ist bekanntlich viel wärmer hier als in Österreich, von Schnee ganz zu schweigen. Dadurch dass ich auch schon länger nicht mehr im Zentrum war, ist es mir garnicht aufgefallen.

Gestern war ich dann sonntagsspaziermäßig in der Innenstadt: Lichterketten über den Straßen, die Geschäfte weihnachtlich geschmückt. In den Einkaufsstraßen/-plätzen stehen Standln mit kleinen Geschenken (sieht alles selbergebastelt aus), bzw. gibt es z.B. in der Via Roma eine Reihe von Lebensmittelstandln: heiße Schokolade, diverse Kekse, natürlich auch Speck aus Südtirol, usw.

Glühwein habe ich aber noch keinen entdeckt; hoffentlich gibt's hier keinen Glühspritz :-)
Die kleine österreichische Community hat beschlossen, dem gegenzusteuern und wahrscheinlich am Donnerstag selber zur Tat zu schreiten. Der Hof meines Studentenheims scheint dafür den idealen Rahmen zu liefern.

Donnerstag, Dezember 08, 2005

Die Dan Brown-Verschwörung


Wenn man die Zeichen einmal kennt, sieht man sie überall.

Unlängst sah ich auf Youssefs Nachtisch "De da Vinci-Code" auf Niederländisch liegen, den wohl bekanntesten Roman des derzeitig gehypten amerikanischen Bestsellerautors Dan Brown. Ich sprach ihn darauf an, und er sagte, er fände es extrem spannend und wolle mit jemandem darüber reden. Da fiel mir ein, dass Susi "Sakrileg" (der deutsche Titel desselben Buches) in ihrem Zimmer liegen hat.
Nachdem ich begonnen hatte, ein bisschen hineinzulesen, wurde ich von ein paar Burschen ins Cafè Madrid zum obligaten Spritz geladen. Dort traf ich u.a. Marco, der gerade "Illuminatus" (der große Durchbruch Dan Browns) verschlungen hatte - er war noch übermüdet, weil er die Nacht durchgelesen hatte.
Tags darauf war ich mit dem Da Vinci-Code fertig; Otto und seine Freundin Tina empfahlen mir Illuminatus (englischer Titel: Angels and Demons, niederländischer Titel: Het Bernini mysterie). An ihrem letzten Wochenende in Rom (die beiden Finnen fahren viel herum) haben sie überall Symbole gesucht.

Gestern saß ich nach der Uni unten im Hof bei den drei Germanistik-Studentinnen (Ute, Linda, Cornelia) zum Sonnen. Ich erzählte von Dan Brown; sie kannten die Bücher schon.
Heute nacht habe ich dann Illuminati gelesen. Es ließ mir keine Ruhe mehr - Dan Brown überall; er verbreitet sich in unserem Studentenheim wie ein Grippevirus.

Warum? Weil's spannend und kaum aus der Hand zu legen ist. Viel Verschwörungstheorie, ein bisschen Rätsel, ein Touch Geschichte, ein sympatischer Protagonist, der mich an Mankells Wallander erinnert - und ein paar interessante Fragen zur Religion im Allgemeinen und zum Katholizismus im Speziellen.

Gehört habe ich von Brown schon vor längerem, aber typische Vorurteile (amerikanischer Bestseller?) haben mich bisher davon abgehalten. Inzwischen kann ich Sakrileg/The Da Vinci Code nur jedem unter den Christbaum wünschen.
Ich will garnicht erst zu erzählen versuchen, worum's geht, denn gerade das ist Spannende: man findet es selber erst am Schluss heraus.

Montag, Dezember 05, 2005

mathematische Vorträge

Wie schon einmal erwähnt, besuche ich hier eine Vorlesung namens Zahlentheorie I. Der Titel ist eine Untertreibung erster Klasse, aber an diese Art von nonchalantem Understatement muss man sich in der Mathematik ja gewöhen (Wiles' Beweis für Fermats Letzten Satz erschien ja auch in einem Artikel mit dem reißerischen Titel "Ring-theoretic properties of certain Hecke-Algebras").

Auf jeden Fall hat sich Professor Baldassari einfallen lassen, dass man anstatt eine Prüfung abzulegen, einen Vortrag halten muss (die Themen hat er bestimmt). Nachdem ich mir ein paar davon angesehen hatte (die blöden Gfraster im Publikum haben tatsächlich äußerst unkollegiale Fragen von der Art "kann man das nicht einfacher beweisen?" gestellt), war heute ich an der Reihe.
Was soll ich sagen: ich war gut. ;-)

Ein paar von den anderen ausländischen Studenten (z.B. zwei der drei Chinesen) sind aber schon nachhause geflogen und darum wird das Theater (anders kann man's nicht nennen - B. ändert wöchentlich Termine, ein paar meiner Kollegen haben divengleiche Starallüren) im Jänner weitergehen; Baldassari will uns gleich noch ein Thema aufhalsen. Es gibt nämlich nächstes Trimester den zweiten Teil der Vorlesung (den man auch gleich Klassenfeldtheorie nennen könnte) - da sitzen dann vermutlich nur noch ALGANT-Stundenten drin.

Samstag, Dezember 03, 2005

Bacarata

Susi und Raluca, das österreichisch-rumänische Halbgeschwisterpaar.
Der Herr in Grün ist mein französischer Studienkollege Christoph.
Ein lustiges Gruppenbild von Erasmus-Kollegen.
Die "Verantwortlichen" für all die Erasmus-Aktivitäten, allesamt Single :-)
Was ist die Bacarata?
Einmal im Monat veranstalten die Erasmus-Capos (siehe obiges Foto) einen lustigen Trip in die Lagunenstadt Venedig, die man von Padua aus in ca. einer dreiviertel Stunde mit dem Zug erreichen kann. Dort am Bahnhof bekommt dann jeder Teilnehmer einen Becher (man sieht sie auf den Fotos immer wieder gut, weil schön blau) und klappert diverse Lokale ab. Dort gibt's dann Heurigen, der dort in Fässern/Plastikkanistern aufbewahrt wird und zum besseren Ausschenken in Plastikflaschen umgeleert wird. In den Bars gibt's dann auch noch einen Happen zu essen, bzw. holen die Veranstalter einmal Pizze für die hungrigen Trinker.
Dass es bei der ganzen Sache ausgelassen zugeht (zugehen kann), versteht sich von selbst. Man will ja auch schließlich in den Liedern und Spielen fremder Kulturen das Bekannte wiederentdecken und Neues schätzen lernen.