Erasmus in Padua

Bernds wunderbares Erasmus Jahr in Padua, Italien

Sonntag, Jänner 29, 2006

Party am Nachmittag

Gehört habe ich davon schon vorher einmal, heute habe ich's zum ersten Mal selber erlebt: eine Party untertags. Die Gastgeber haben Probleme mit den Nachbarn, wollen aber trotzdem nicht aufs Feiern verzichten, also beginnt man vormittags: Fenster werden verdunkelt und schon geht's los.
Nach langen/harten Stunden kann man dann nachhause gehen, sicher, dass der Morgen bald graut: aber siehe da, das Hauptabendprogramm hat gerade erst angefangen.
Youssef (der inzwischen schon wieder aufgetaucht ist) hat mir schon erzählt, dass sie in Belgien soetwas auch machen - ich glaube es wird Zeit dafür, solche Parties in Wien zu veranstalten.

Freitag, Jänner 27, 2006

Skype

Endlich, endlich ist es so weit: bei mir im Studentenheim funktioniert Skype, ihr findet mich unter dem username "bernd_padua".

Für diejenigen, die nicht wissen, was das ist: Telefonieren übers Internet (auch voice over IP, kurz VoIP genannt) und zwar kostenlos. Alles, was man dafür braucht, ist eine schnelle Internetverbindung (über ein 56k-Modem geht's nicht, über Chello schon), ein Mikrofon/Headset/USB-Telefon und das Programm, das man sich kostenlos unter www.skype.com herunterladen kann. Dann loggt man sich ein wie bei einem instant messenger (ICQ, MSN) oder einem chat und los geht's.

Sonntag, Jänner 22, 2006

Zürich

Florian und ich in der Straßenbahnin der Schokoabteilung eines Supermarktes
Blick auf die Sankt Peters Kirche
Großmünster
Dieses Wochenende bin ich für ein paar Tage nach Zürich gefahren, um meinen ehemaligen Studienkollegen Florian, der inzwischen an der Uni Zürich sein Doktorat macht, zu besuchen. Nicht nur das ich mir Stadt und die Uni bei Tag angesehen habe, auch vom Nachtleben bekam ich einen Eindruck, und zwar: es ist sauteuer. Florian hat uns auch Karten für ein Elektronik/Hip Hop-Konzert im weltweit abgefucktesten Club, der Helsinki Bar, besorgt.

Mittwoch, Jänner 18, 2006

Neuheiten schneien ein

Mit dem neuen Trimester gibt's alle möglichen Änderungen:
Ich belege auf der Uni u.a. einen Kurs namens "Algebraic Geometry" - das hat soviel mit Geometrie zu tun wie Zwölftonmusik mit Mozart. Der Professor heißt Barbieri und ist völlig irre. Er sagt irgendwas Seltsames, schreibt murmelnd etwas ganz anderes an die Tafel, das eventuell als Frage aufzufassen ist. Dann dreht er sich abrupt um, starrt uns an, als wolle er uns ermorden und wartet auf eine Antwort. Die gibt er sich dann selbst mit Worten wie "Ich sehe an euren Gesichtern, dass ihr mich nicht ganz versteht."
Ich bin aber wenigstens nicht der einzige, der keine Ahnung hat, wovon der gute Mann doziert.

Außerdem habe ich einen neuen Mitbewohner, da Youssef aus mysteriösen Gründen sein letztes Monat in Italien, also Jänner, in Vicenza verbringt - ein paar seiner Sachen liegen aber noch immer bei mir unterm Bett, angeblich holt er sich die irgendwann. Gesehen habe ich ihn seit vor Weihnachten nicht mehr.
Der Neue heißt Bor, kommt aus Slowenien - und studiert Mathematik, wenngleich etwas ganz anderes als ich: Wahrscheinlichkeitstheorie (heimlich programmiert er auch). Wie jeder Insider weiß, braucht er dafür viel Maßtheorie und diese haben wir auch schon fleißig in die Praxis umgesetzt. Ich bin mir sicher, dass wir ausgezeichnet miteinander auskommen werden.

Ich bin ja in punkto Erasmus inzwischen Senior Executive und zeige ihm, was er wissen muss: Cafè Madrid, die Leute aus dem Heim, Mensa, Fahrradklau,...

Montag, Jänner 16, 2006

Mitfahrgelegenheit nach Padua

AUFGEPASST

Mein guter Freund Pro fährt am letzten Jännerwochenende (Sa. 28.1. oder so) mit dem Auto von Wien nach Siena, wo er nächstes Semester studieren wird, und sucht noch einen oder zwei Beifahrer.
Interessenten wenden sich bitte direkt an ihn oder an mich (via e-mail).

Sonntag, Jänner 15, 2006

Jännerreise durch Norditalien

Aufgrund der Trimestereinteilung bei meinem und Marcos Studium haben wir beschlossen, die verbleibende freie Woche nach Weihnachten für eine kleine Rundreise durch Norditalien zu nutzen.
Los ging's am Dienstag zu Mittag in Padua, unser erster Stopp war Ferrara. Die kleine Stadt hat eine perfekt erhaltene Burg und eine schöne Kathedrale zu bieten. Dadurch dass wir lange Quartier suchten (im Jänner hat die Jugendherberge dort zu, was wir erst vor Ort erfuhren), konnten wir am Weg das 50,000 Ew zählende Städtchen bequem besichtigen. Abends lernten wir auch gleich ein paar einheimische Studenten kennen...

Am Mittwoch verweilten wir ein paar Stunden in Bologna, aßen dort übliche Pasta, verbrachten viel Zeit im Dom, da es im Inneren am Boden eine Sonnenuhr mit Sternzeichen, Sonnenwenden und dergleichen gibt und das einen Mathematiker und einen Physiker natürlich brennend interessiert.

Abends waren wir dann aber auch schon wieder in Florenz. Über seine Schönheit zu schreiben erübrigt sich, festzuhalten bleibt nur: es gibt selbst im Jänner viele Touristen dort. Der typische Amerikaner/Australier schaut sich in Italien Rom, Florenz und Venedig an und letztere beide Städte ertrinken im Massentourismus.
Die Uffizien waren hingegen fast leer und alleine deswegen lohnte sich schon die Reise.

Donnerstags nahmen wir trotz Eisenbahnstreiks den Zug nach Pisa, wo mich vor allem die monumentale Kathedrale beeindruckte. Anbei steht übrigens ein schiefer Campanile.
Meinen Geburtstag begingen wir in einem Studentenlokal, zur Nachspeise gab's Tiramisu fatto in casa - ein Gedicht (auch wenn Marco lästerte, er könne es besser).

Am Freitag ging's eher langsam (Regionalzüge sind billig und langsam) nach Parma, wo wir von einer weiteren italienischen Spezialität heimgesucht wurden: dem lokalen Feiertag. Jede Stadt hat einen eigenen Heiligen und wenn der gerade Jahrestag hat, ist ALLES zu. Zum Glück kamen wir trotzdem noch zu unserem Schinken (ich war schon so weit, Kebab in Parma zu essen).

Am Samstag noch geschwind Cremona (Kathedrale und Geigenbauer) und Mantua (Pilgerstädte auf der Reise ins Heilige Land [Tirol], da Andreas Hofer dort exekutiert wurde). Die Burg war leider schon zu aufgrund der Winteröffnungszeiten.

Ich habe Marco die ganze Reise über mit diversen Österreichdetails genervt, sodass er jetzt freiwillig seine deutsche Staatsbürgerschaft ablegt, sich Maxl nennt und demnächst jodeln lernt.

Bologna

Die Gefährten planen sachlich und nüchtern ihre weitere ReiserouteBologna, Dom

Marco
Ansicht von Bologna vom Torre degli Asinelli aus

Florenz

Die Kathedrale von Florenz untertags
Palazzo Vecchio in Florenz (dahinter die Uffizien)

Die Kathedrale bei Nacht
Ein australischer Kumpan

Pisa, Parma

Die Kathedrale von Pisa bei Tag
dasselbe bei Nacht


Der Parco Ducale in Parma
Stilleben aus Parma (Schinken, Parmigiano, Wein)

Sonntag, Jänner 08, 2006

Ski fahren


Nach diversen Weihnachtsfeiern mit Freunden, dem Frohen Fest mit der lieben Familie und einem lustigen Silvesterausflug ins Wiener WUK war ich für eine Woche Ski/Snowboard fahren/Langlaufen in Osttirol.
Das Wetter hat dem Vergnügen den richtigen Rahmen gegeben: Schnee, Schnee, Schnee und das alles bei ca. minus 5 bis minus 10 Grad.
Außerdem war noch die Familie meines Onkels Theo, die aus der italienischsprachigen Schweiz kommt, anwesend, was mir Gelegenheit gab, meine Sprachkünste unter Beweis zu stellen. Aus meinen pubertierenden Cousinen waren zwar nicht viele Vokabeln zu locken, dafür aber umso mehr aus meinem 10-jährigen Cousin Arno.

Nun bin ich wieder in Padua und mir kommt es vor, als hätte ich einige Klimazonen übersprungen: heute lacht die Sonne bei plus sieben Grad.
Zum einen genieße ich nun die Ruhe und das Alleinsein, zum anderen kann der Erasmus-Spaß wieder los gehen.